

Interview mit Jan Garcia / Mai 2009
Ich will das „Ja!“
SWR3-Moderator und DJ Jan Garcia über die Kunst, den richtigen (Club-)Ton zu treffen
Er ist zweifellos einer der bekanntesten Radiomoderatoren Deutschlands und überzeugt mehr mit sanfter Stimme als lauten und schrill-schnellen Spracheffekten. Im Rahmen der SWR Goes Clubbing-Reihe stellt er Musik nicht nur zusammen, um aus ihr eine Radioshow zu machen. Jan Garcia legt live auf, um in angesagten Clubs für gute Stimmung zu sorgen – den ganzen Abend lang. Warum er das so macht, wie er das macht und wie er überhaupt in die Branche und zur Musik kam, erzählte er uns vorab. Aus gutem Grund: Denn am 23. Mai, einem Samstag, macht er erneut in Koblenz Station; SWR3 Goes Clubbing im Palais.
Lokalanzeiger: Das Goes-Clubbing-Konzept läuft seit einigen Jahren sehr erfolgreich, und das nicht nur in der ursprünglichen SWR3-Region rund um Rheinland-Pfalz, sondern mittlerweile ganz Deutschland. Was erklärt aus Deiner Sicht diese Beliebtheit?
Jan Garcia: Was den Musik-Mix angeht, sind wir halt sehr flexibel: Unsere Grundrichtung aus House und R’n’B ergänzen wir ständig um die neuesten Chart-Breaker. Das Programm ist also viel weniger Sparte, als immer wieder Abwechslung.
Lokalanzeiger: Aber doch immer mit modernen Klassikern und so bestimmten Musthaves, die der Partybesucher erwartet, oder?
Jan Garcia: Ja klar. Ein „Sweet Dreams“ – um mal ein Beispiel zu nennen – funktioniert immer. Im Club hab ich da natürlich den Vorteil, mich nicht nur auf den kurzen Radio-Edit zu beschränken, sondern kann auch mal eine Langversion einstreuen – kommt live besonders gut.
Lokalanzeiger: Gibt es – auf Musik bezogen – so etwas wie eine Jan-Garcia-Philosophie?
Jan Garcia: (überlegt kurz) Tja, ehrlich gesagt recht einfach: Wenn das Publikum und der DJ beide insgeheim „Ja, das ist es!“ sagen und mit der Überzeugung nach Hause gehen, dass es einer der besten Abende war, den man je gehabt hat, dann kann’s kaum besser sei, oder? (legt hastig nach) Und ich will dieses „Ja!“.
Lokalanzeiger: Wie eigentlich bist Du zur Musik beziehungsweise zum Radio gekommen?
Jan Garcia: Das kam irgendwie, als ich so zwölf, dreizehn Jahre alt war; Radio hat mich damals fasziniert. Musik hat mich damals so sehr in meinen Bann gezogen, dass ich (lacht nebenbei) fast schon besser Englisch beim Musikhören unterm Kopfhörer gelernt habe, als durch die Schulbücher. Vor allen Dingen hat’s so mehr Spaß gemacht.
Lokalanzeiger: Und was hast Du damals so gehört?
Jan Garcia: Hey, „Master And Servant“ von Depêche Mode war einer der ersten Hits, den ich richtig bewusst wahrgenommen habe. Seit dem Ding bin ich voll begeistert von synthetischen Instrumenten in der Popmusik.
Lokalanzeiger: Und wie kamst Du zu Radio?
Jan Garcia: War auch schon eine ziemlich frühe Entscheidung: Ich hab einmal beim Südwestrundfunk eine Studiotour mitgemacht und gesehen, wie Radio gemacht wird. Fand ich toll. Wollt ich machen.
Lokalanzeiger: Und bist glatt bei dem Sender hauptberuflich gelandet! Wir danken Dir und freuen uns auf Dich am 23. Mai im Palais.
Die Fragen stellte Marcus Dietz für den Koblenzer Lokalanzeiger ("Schängel"), Ausgabe vom 13.05.2009.
Fotos: Attila Ramiani / www.guggmo.de